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Im Juni war es dann soweit für die Vogesen. Der Wetterbericht war gut und  so machten wir uns am Abreisetag zur Mittagszeit mit unserem Lieferwagen auf den Weg. Leider verlief die Anreise nicht ganz so zügig wie wir uns das vorgestellt hatten.  Zum einen litt unser Bus an einem unerklärlichen Leistungsverlust, weil die  Motortemperatur schon bei geringen Steigungen dermaßen in die Höhe stieg, dass  sich zuerst die Klimaanlage abschaltete und dann der Motor Leistung verlor. Das  erstemal fiel uns dieses Phänomen auf, als wir von Slowenien heimfuhren. Wir  hatten unseren Movano deswegen auch schon in der Werkstätte ... aber die  Mechaniker fanden keinen Fehler. Zum anderen ist der Zustand der deutschen A8 von München nach Stuttgart in einem erbärmlichen Zustand. Baustellen mit Gegenverkehrsbereichen über viel, viele  Kilometer, Stau vor jeder bissl größeren Stadt, sodass auch gelanen 6 Stunden  Anreise über 8 Stunden wurden. Aber zu guter letzt hatten wir es auf unseren Campingplatz “Municipal Les Verts  Bois” in Freland nahe Colmar erreicht. Der CP ist ruhig gelegen, die Parzellen sind wirklich ausreichend groß, und für alle  die nicht selbst kochen wollen, ist sogar ein Restaurant vorhanden. Unsere erste Tour führte uns in den  Norden der Vogesen. Highlight der Tour war die Besichtigung des Klosters Monte Sainte Odile. Das Kloster wurde im 7. Jahrhundert von Odilia, einer Tochter des fränkischen Herzogs Eticho,  in der Hohenburg errichtet, die ihr von ihrem Vater zu diesem Zweck überlassen  worden war. Der Ort wurde bis ins Mittelalter als Frauenkloster genutzt und später  nach der heiligen Odilia, der Klostergründerin und Schutzpatronin des Elsass,  benannt. Am nächsten Tag machte Verena einen Sightseeingtag und schaute sich  die Ortschaft Riquewihr an. Hier ein paar Eindrücke ... Und während Verena die Stadt besichtigte, machte ich die umliegenden Wälder mit  meiner KTM auf der Suche nach ein paar Schotterstraßen unsicher .... und ich wurde fündig :-D  Am Nachmittag beendete ich meine Schottersuche und drehte noch eine  kleine Runde auf Asphaltstraßen. Und an fast jeder Ecke wird man daran erinnert, dass die Vogesen, das Elsass und  Lothringen, vor allem in den letzten 150 Jahren heiß umkämpfte Landstriche waren. Der dritte Tag führte mich abermals in den Norden der Vogesen. Leider war ich alleine unterwegs,  aber Verena wollte lieber am Campingplatz relaxen und ein Buch lesen. Gut, kein  Problem hab ich mir gesagt, und bin eben alleine losgedüst. Als Erstes “stolperte” ich über das Konzentrationslager Natzweiler-Struthof.  Ich hatte ehrlich gesagt  keine Ahnung, dass auch  hier ein KZ war. Interessiert hab ich mir den öffentlich  zugänglichen Bereich und  die Gedenkstätte  angesehen. Für mich ist es  immer wieder unfassbar,  mit welcher  Gleichgültigkeit und  Brutalität Menschen in  solchen Lagern gequält und  getötet wurden. Ein wenig nachdenklich fuhr ich nach der Besichtigung  der Gedenkstätte weiter  und ließ es erstmal ein  wenig langsamer angehen. Wenn man so durch die Vogesen streift, stößt man laufend auf Zeugen der  wechselvollen Geschichte dieser Region und natürlich auf schöne, alte Bauwerke. Der 2. Weltkrieg dürfte hier nicht so zerstörerisch gewirkt haben, wie andernorts. Auf keinen und kleinsten Sträßchen ließ ich mich weiter durch die Landschaft  treiben. Man erkennt natürlich auch, dass die Vogesen ein touristischer “Hot Spot” sind.  Trotzdem gelang es mir ein kleines Schottersträßchen zu finden, auf dem ich für  einige Kilometer völlig alleine war. Und immer wieder komme ich an Soldatenfriedhöfen vorbei ... allerdings stammen  diese traurigerweise aus beiden Weltkriegen. Aber auch Zeugen aus anderen geschichtlichen Zeiten habe ich gesehen. Der 4. Tag führte uns, endlich wieder gemeinsam, wieder Richtung  Süden. Auf einer meiner letzten Solotouren kam ich am Lingekopf vorbei. Heute wollte ich  mir mit Verena das Freilichtmuseum ansehen. Wirklich eindrucksvoll war neben den ausgestellten Exponaten für mich der Umstand, dass die beiden Frontlinien  teilweise weniger als 10 Meter von einander entfernt waren. Und während die  deutschen Soldaten in wirklich gut ausgebauten Stellungen die bergauf angreifenden Franzosen abwehren konnten, mussten die Franzosen in einfachen Erdgräben die  Zeit überstehen. Nach der Besichigung des Freilichtmuseums ließen wir uns durch die schöne  Landschaft der südlichen Vogesen treiben. Es war Wochenende, und entsprechende  viele Ausflügler und Motorradgruppen waren unterwegs. Dieses massenhafte  Auftreten und der Drang nach Rudelbildung, kennen wir in diesem Ausmaß von uns  zu Hause nicht. Und mal ehrlich, uns würde es auf Dauer auch keinen Spass machen in Gruppen mit  30, 40 oder noch mehr Motorrädern zu fahren. Am darauffolgenden Tag - es war ein Montag - blieb uns dann nur mehr die  Heimreise, die ebenfalls wieder so unerfreulich verlief, wie schon die Anreise. Und so stellten wir unseren Opel auch so schnell wie möglich in die Werkstätte. Die  Kraftstoffversorgung, die Einspritzung, die Elektronik wurde überprüft, aber  nirgends gab es einen Hinweis auf eine Fehlfunktion. Und dann kam der Meister drauf, dass der Kühler restlos vergammelt war und keine  Kühlleistung mehr hatte. Der Kühler wurde ausgetauscht, und seitdem läuft der Bus  wieder wie gewohnt kraftvoll ... und die Klimaanlage funktioniert auch wieder :-)
Blick vom Kloster in die Rheinebene Sonnenuhr, welche für verschiedene Ort auf verschiedenen Kontinenten die Zeit anzeigt. Reiche Mosaike einer der Innenhöfe die lange Reihe der Äbtissinnen ein paar Wappen jener Pfarreien, welche dem Kloster angehörten N