TAG 3 Polenrundfahrt Nach einer erholsamen Nacht, und einem wirklich guten und reichhaltigen Frühstück holen wir unsere Motorräder und beladen sie wieder. Der Himmel verspricht einen  trockenen, sonnigen aber leider auch wieder recht kühlen Tag. Bei unserem nordöstlichsten Punkt der Rundfahrt - in der Ortschaft Pozezdrze (zu dt. Possessern) entdeckten wir Hinterlassenschaften aus dem 2. Weltkrieg. Von 1941 -  Jänner 1945 war dort das Feldhauptquartier der “SS” und der Kommandobunker von  Heinrich Himmler. Ein sehr düsterer Ort. Bei der Wolfsschanze, dem Führerhauptquartier in Rastenburg fuhren wir dann  vorbei - aber eher unabsichtlich, weil ich bei der Navigation unaufmerksam war.  Macht aber nichts. Unser weiterer Weg führte uns dann gerade Richtung Westen. Das nächste Ziel war Frauenburg und das “Frische Haff”. Auf dem Weg dorthin sahen wir viele Kirchen und Burgen - aber alle aus Backstein gemauert. Felsen und Steine  scheinen in dieser Region eher Mangelware zu sein. Bei Braniewo erreichten wir den nördlichsten Punkt unserer Tour und waren auch der russischen Grenze zur Exklave Kaliningrad (= Königsberg) am nächsten.  Entsprechende Hinterlassenschaften der Sowjetarmee waren hier zu sehen. Von Braniewo nach Frombork (dt. Frauenburg) war es nicht weit. Frauenburg ist  wegen seines außergewöhnlichen Domes wegen bekannt und war zudem von 1513 -  1543 die Wirkungsstätte von Nikolaus Kopernikus, dem Begründer des  heliozentrischen Weltbildes. Natürlich besichtigten wir diese historisch bedeutungsvolle Stätte. Nach dem historischen Exkurs fuhren wir entlang des Frischen Haffs weiter Richtung  Elblag. Bei Tolkmicko fuhren wir beim Hafen direkt ans Meer. Nach Elblag steuerten wir dann die Ortschaft Marienburg (pl. Malbork) an. Hier war  eines unserer Tourhighlights zu finden - die Marienburg! Leider haben wir einerseits  in Frauenburg als auch bei der Suche nach dem richtigen Eingang in die Marienburg  recht viel Zeit vertan, sodass wir diese umfangreiche und wirklich sehenswerte Burg im Eilprogramm besichtigt haben. Ich könnte mich ja einen ganzen Tag in so einem  Museum aufhalten, und hätte noch immer nicht alles gesehen. Hier ein “paar” Fotos um einen kleinen Eindruck zu liefern. Ein Bild, das mich ganz besonders erschreckt hat, war ein Foto, auf dem der Zustand der Burg nach Ende des 2. Weltkriegs gezeigt wurde. Ich kann einfach nicht  verstehen, warum in kriegerischen Auseinandersetzungen derart wertvolle  Kulturdenkmäler immer wieder so stark beschädigt oder gar zerstört werden  (müssen). Und das gilt nicht nur für die Vorkommnisse des 2. WK, das gilt auch und  ganz besonders für die Vorkommnisse, die zur Zeit im Nahen Osten vor sich gehen.  Hier werden unwiederbringlich Zeugnisse menschlicher Kultur zerstört. Es war trotz unserer Eiltempobesichtigung schon relativ spät geworden (19.30 Uhr), und wir waren noch einige Kilometer von unserem Tagesziel Danzig entfernt. Dort hatten wir über TRIVAGO  schon einige Wochen zuvor ein Hotelzimmer gebucht. Deswegen nahmen wir ausnahmsweise die Autobahn Richtung Danzig und konnten so ca. eine  halbe Stunde später unser  “After Tour Bier” auf  unserem Zimmer in der  “Villa Akme” trinken. Unsere Motorräder durften  wir in der familieneigenen  Garage parken. Dafür  wurde extra für uns Platz  gemacht. Nach einer ausgiebigen  Dusche ließen wir uns von der Rezeption ein Taxi rufen, mit dem wir dann ins  Stadtzentrum fuhren, um uns - wenn auch bei Dunkelheit - ein wenig die Altstadt  anzusehen. Und auch hier waren wir äußerst positiv überrascht, wie schön die alten  Gebäude nach dem Krieg und nach Jahrzehnten des Kommunismus renoviert worden waren, und wie sauber die Fußgängerzone sich präsentierte. Deswegen an dieser  Stelle der Tipp, wer Polen bereist, sollte unbedingt ausreichend Zeit für die  Besichtigung dieser Stadt mitbringen. Und nachdem man, also z.B. wir  Österreicher, in Polen noch richtig was  bekommen für unser Geld, gönnten  Verena und ich uns je ein gutes Steak mit  gutem polnischem Bier. Gegen Mitternacht fielen wir dann müde  in unsere Betten.
Track 5. Tag - 400 km
Feldkommandostelle “Hochwald” Feldkommandostelle Hochwald (oder auch  Schwarzschanze genannt) war der Deckname eines  sogenannten Hauptquartiers für Heinrich Himmler  in Possessern, Ostpreußen, nur ca. 20 km östlich  vom Führerhauptquartier Wolfsschanze entfernt. Im Jahr 1941, kurz vor dem deutschen Angriff auf  Russland, begann der Bau eines Feldhauptquartiers  für die SS. Es wurde 1941 mitten im Wald errichtet  und bestand aus zahlreichen gut getarnten Bunkern  und Baracken, geschützt durch Minenfelder und  Stacheldraht. Als 1942 diese Feldkommandostelle zu klein wurde, baute man im Wald verstreut 20  Holzbaracken für den 48 Personen umfassenden  Mitarbeiterstab auf. Himmlers Bunker war 70 m  lang und 11 m breit. Am 14. Januar 1945 wurden  die Anlagen vor den herannahenden Russen  gesprengt und weitgehend zerstört. Die Reste der  Feldkommandostelle Hochwald liegen direkt östlich  der Straße Angerburg Węgorzewo – Giżycko. Quelle: Wikipedia 
Oberleutnant Christofor Nikolaiewnitsch Innokentjev
Frombork: (dt. Frauenburg) ist eine Stadt in der polnischen  Woiwodschaft Ermland-Masuren mit etwa 2500  Einwohnern. Die gleichnamige Stadt- u.  Landgemeinde zählt fast 4000 Einwohner. Die  Ersterwähnung des Ortes stammt aus dem 13.  Jahrhundert. Die Stadt ist aufgrund des  architektonisch interessanten Domes mit den  angeschlossenen Bauten auf dem Hügel sowie dem  Wirken von Nikolaus Kopernikus weit über Polen  hinaus bekannt. Quelle: Wikipedia
Michael Kopernikus: geb. 19. Februar 1473 in Thorn; gest. 24. Mai 1543  in Frauenburg; eigentlich Niklas Koppernigk,  latinisiert Nicolaus Cop[p]ernicus, polonisiert  Mikołaj Kopernik, war ein Domherr des Fürstbistums Ermland in Preußen, der sich in seiner freien Zeit  der Astronomie, Mathematik und Kartographie  widmete.In seinem Hauptwerk “De revolutionibus  orbium coelestium” beschreibt er das  heliozentrische Weltbild unseres Sonnensystems,  nach dem sich die Erde um die eigene Achse dreht  und sich zudem wie die anderen Planeten um die  Sonne bewegt. Darüber hinaus beschreibt er darin  erstmals die langsame Rückwärtsdrehung der  Erdachse als Ursache für die Verschiebung des  Frühlingspunktes, die  Präzessionsbewegung.Kopernikus revolutionierte  das bis dahin vorherrschende geozentrische  Weltbild und steht damit am Beginn der  neuzeitlichen Astronomie. Quelle: Wikipedia
Marienburg (Ordensburg): Die Marienburg ist eine Ordensburg, die etwa 60 km  südöstlich von Danzig an der Nogat, einem  Mündungsarm der Weichsel, bei der polnischen Stadt Malbork (dt. Marienburg) liegt. Von 1309 bis 1454  war die Burg Sitz der Hochmeister des Deutschen  Ordens im Deutschordensstaat. Die weiträumige  Burganlage ist der größte Backsteinbau Europas und  kann das ganze Jahr über an schneefreien Tagen  besichtigt werden.Die mittelalterliche Burganlage  lässt sich in drei große Baugruppen gliedern: das  Vorschloss (auch: Vorburg), das Mittelschloss und das Hochschloss. Den Gebäuden dieser drei Bereiche  waren unterschiedliche Aufgaben zugeordnet, die –  entsprechend den verschiedenen Aufgaben – auch  architektonisch äußerst unterschiedlich gestaltet  sind. Quelle: Wikipedia
„Panorama of Malbork Castle, part 4“ von DerHexer;
Danzig: Die Hauptstadt der Woiwodschaft Pommern im  Norden von Polen, liegt an der Ostsee rund 350 km  nordwestlich von Warschau und steht mit über  460.000 Einwohnern auf der Liste der Städte Polens  auf Platz sechs. Der Name dürfte von der mittelalterlichen  Bezeichnung für gotische Schanze abgeleitet sein.  Der lateinische Wahlspruch im Wappen lautet Nec  temere, nec timide (weder unbesonnen noch  furchtsam). Seit 1925 ist die ehemalige Hansestadt  in der historischen Landschaft Pommerellen Sitz des gleichnamigen Bistums (seit 1992 Erzbistum). Danzig besitzt mehrere Werften und den  wichtigsten Seehafen des Landes. Die Lenin- Werft  war in den frühen 1980er Jahren Zentrum der  oppositionellen Bewegung rund um die  Gewerkschaft Solidarność unter der Führung von  Lech Wałęsa. Zusammen mit der Hafenstadt Gdynia (Gdingen)  und dem Seebad Sopot (Zoppot) bildet Danzig die  sogenannte Trójmiasto (Dreistadt) mit mehr als  740.000 Einwohnern. Im gesamten städtisch  geprägten Ballungsraum Danzig (Aglomeracja  gdańska) leben mehr als 1,2 Millionen Menschen. Quelle Bild u. Text: Wikipedia
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