Aus einer Laune heraus - und weil seit meinem Unfall die Pläne immer größer sind als  das was am Ende dabei rauskommt - kauften wir uns im Jänner 2018 zwei Suzuki  DR650 SE. Dazu fuhren wir an einem Jännertag mit unserem Opel Movano eine Runde  um die beiden Motorräder zu kaufen und abzuholen. Die hier abgebildete DR650 SE  (familieninterner Codename “Hässliches Entlein”) kauften wir in der Nähe von  Oberwart. Sie hatte zum Zeitpunkt des Kaufs scheinbar 49.000 km drauf - was man  jetzt glauben kann, oder auch nicht) ist Baujahr 1996 und machte einen doch recht  schmutzigen, verbastelten und mitgenommenen Eindruck (Salzspuren, Antriebssatz  komplett am Ende, umgebaute Lampenmaske, bei der das Fernlicht nicht  funktionierte, ...), aber zumindest lief sie im Standgas  unauffällig. Eine Probefahrt war zum Glück des Verkäufers nicht  möglich, weil es an diesem Tag in Ostösterreich stark schneite  und doch einige Zentimeter Neuschnee auf der Straße lagen. Beim Preis konnte ich noch 200 Euro raushandeln und dann wurde die DR verladen. Zu Hause wurde sie von mir erstmal gereinigt und eine kurze Inspektion durchgeführt, ein Plan bzw. eine Liste erstellt, was alles an  Wartungsarbeiten zu machen ist und die DR dann zu den anderen  Motorrädern ins Winterquartier gestellt. Während der darauf folgenden Winterwochen wurden die Bremsen ausgebaut, die  Bremssättel gereinigt, die Dichtungen, Rückzugringe und Kolben erneuert,die Bremsleitungen gegen Stahlflexleitungen ausgetauscht sowie auch die Handbremspumpen generalüberholt und dann alles wieder eingebaut. Sobald es wärmer wurde, wurde dann der Vergaser ausgebaut und wegen Reinigung und Umbedüsung auf deutsche Einstellungen sowie Austausch defekter oder alter Teile nach Deutschland zur Firma Tigerparts geschickt. Natürlich wurde von mir auch das Motoröl und der Ölfilter getauscht. Kühlflüssigkeit braucht man bei dem Motor ja nicht tauschen. :-) Bei der Lampenmaske, bei der es sich laut Auskunft des Verkäufers um eine von der KTM690 Enduro handeln sollte, stellte sich heraus, dass die so alt war, dass eine normale H4-Glübirne gar nicht passen konnte. Sondern es sich um eine gewöhnliche und sehr alte Fassung für eine Einfadelampe handelte. Deswegen konnte auch gar kein Fernlicht funktionieren. Zum Glück hatte der Verkäufer die alte Lampenmaske mit dem Originalscheinwerfer mitgegeben, so dass ich die Lampe wieder auf den Originalzustand umbauen konnte. Dann wurde noch der Kettensatz gewechselt und der laute, nicht originale Auspuff ausgebaut und der Originalauspuff, den ich ebenfalls mitgekauft hatte, eingebaut. Es ist schön, wenn Motorräder leise sind und man bei den Mitmenschen nicht unangenehm auffällt. Die Sitzbank ließ ich bei der Fa. “Alles-fürn-Arsch” bei Gerd Jungbluth um- u. aufpolstern sowie an den entscheidenden Stellen breiter machen. Im Bereich des Cockpits verbaute ich eine 12V und eine USB-Steckdose, auf einer selbst gemachten Lenkerstrebe montierte ich eine Halterung für mein Garmin Zumo 550 und für die Kettenschmierung installierte ich einen Scottoiler “Louis Edition”. Um den Motor besser vor Steinschlag und Aufsitzern zu schützen kaufte und montierte ich einen Motorschutz aus Kunststoff der Fa. ACERBIS. FÜr den Komfort und warme Hände bei widrigen Witterungsbedingungen montierte  ich mir OXFORD-Heizgriffe. Die Hand-  protektoren von Polini konnte ich weiter-  verwenden ... einzig die Befestigungen  musste ich ein wenig überarbeiten. Den etwas windigen Koffer, der als Topcase verwendet wurde ersetzte ich durch ein ordentliches  Outdoorcase mit 20 Liter Fassungsvermögen sowie die Halte-platte, die mein Vorgänger aus schwarz gestrichenem Holz gemacht hatte durch eine 3 mm Aluplatte. Für vielleicht  zukünftige Reisen kauften wir bei der Firma Mosko Moto das Gepäcksystem Reckless 80 L. Somit wäre das Motorrad mal meinen mindesten Ansprüchen gerecht und technisch auf einem akzeptablen Stand. Sollte das Motorrad weiter in meinem Besitz bleiben wäre noch der lieblos und unprofessionell schwarz lackierte Rahmen (ursprüngliche Rahmenfarbe lila) zu sandstrahlen, neu zu lackieren und die gesamte Elektrik neu zu machen. Im Laufe der nächsten Kilometer musste ich leider ein immer lauter werdendes klackern, vor allem beim Abtouren aus höheren Drehzahlen, aus dem Motor zur Kenntnis nehmen. Diagnose von Freunden und einem Suzukimechaniker lautete auf Kolbenkipper. Durch Zufall fand ich im Internet einen relativ günstigen Tauschmotor, den ich um 450 Euro kaufte und noch im November mit der Hilfe  meines Sohnes in die DR einbaute. Das ganze Unterfangen war in rund 5 Stunden erledigt, und der Motor sprang  auch recht rasch an. Auch eine Probefahrt zeigte ein viel ruhigeres Laufverhalten wie der alte Motor.
Der erste Einzylinder ... und noch dazu luftgekühlt DR650 SE
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